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INFOGRAFIK

Hitzewelle: Warum die Sommerzeit mit einem stärkeren Wärmeempfinden am Abend verbunden ist

2. Juli 2026

Stündliche Messdaten der Wetterstation Paris Montsouris vom 26. und 27. Juni 2026.

Diese Infografik wurde auf Grundlage der stündlichen Daten der Wetterstation Paris Montsouris erstellt, die von der Vereinigung Infoclimat zur Verfügung gestellt wurden. Dafür danken wir ihr.

Die Lufttemperatur sinkt im Laufe des Abends auf natürliche Weise. Liegt die gesetzliche Uhrzeit zwei Stunden vor dem Sonnenstand (UTC+2), finden Abendaktivitäten noch während eines wärmeren Abschnitts des Tages statt.

Die stündlichen Daten der Wetterstation Paris Montsouris vom 26. und 27. Juni 2026 zeigen, dass bei gleicher gesetzlicher Uhrzeit eine Rückkehr zur natürlichen Zeitzone Abendtemperaturen entspricht, die bis zu fast 4 °C niedriger sein können.

Abendtemperaturen je nach Zeitzone
Die drei Kurven zeigen dieselben Wetterbeobachtungen, lediglich nach drei verschiedenen gesetzlichen Uhrzeiten dargestellt.
Kühlere Abende durch eine Rückkehr zur natürlichen Zeitzone

Die Daten stammen von der Wetterstation Paris Montsouris (Infoclimat) und beziehen sich auf den 26. und 27. Juni 2026, auf dem Höhepunkt der Hitzewelle Ende Juni 2026.

Die Hitzewelle Ende Juni 2026 war besonders intensiv. Hitzewellen treten jedoch infolge des Klimawandels immer häufiger und heftiger auf. Eine Rückkehr zur natürlichen Zeitzone kühlt die Luft nicht ab. Sie bringt die gesetzliche Uhrzeit lediglich näher an den Sonnenstand, sodass niedrigere Temperaturen früher am Abend erreicht werden. Niedrigere Abendtemperaturen ermöglichen es, Wohnungen früher zu lüften, den Einsatz von Klimaanlagen zu verringern und den Schlaf zu fördern.

Häufig wird angeführt, dass die doppelte Sommerzeit 1976 eingeführt wurde, um Energie zu sparen. Seitdem sind belastbare quantitative Nachweise dieser Energieeinsparungen begrenzt geblieben. Im Jahr 2010 ging die ADEME im Hinblick auf die Klimatisierung von Wohngebäuden vielmehr von einem höheren Kühlbedarf durch die Sommerzeit aus. ACHED ist der Auffassung, dass die Sommerzeit die Kohlenstoffemissionen erhöht und damit zur globalen Erwärmung beiträgt.

Zum Begriff „empfundene Wärme“. Wir verwenden diesen Ausdruck, weil viele Menschen in Frankreich diese Hitze tatsächlich erlebt haben und mehrere Berichte sie ausdrücklich mit der Sommerzeit in Verbindung brachten. Dieses Empfinden ist vollkommen nachvollziehbar, und wir hoffen, dass die hier dargestellten Wetterdaten seine Grundlage verdeutlichen. Es entspricht einer messbaren Situation: Bei gleicher gesetzlicher Uhrzeit finden Abendaktivitäten zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Lufttemperatur höher ist. Es handelt sich daher nicht um einen rein subjektiven Eindruck, sondern um die beobachtbare Folge der Verschiebung zwischen gesetzlicher Uhrzeit und Sonnenstand.


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